Friedensforum

Die Event-Seite in Kurmancî


Deutsch-kurdische Stimmen im Friedensprozess der Türkei

30. Oktober 18:00 – 1. November 14:00

Rosa Luxemburg Stiftung
Heinrich Böll Stiftung

in Berlin

Anhaltender Frieden braucht Friedensarbeit außerhalb von Armeen, Parlamenten und Regierungsbehörden. Die Lösung eines langwierigen Konflikts wie dem in der kurdischen Region muss auch diejenigen einbeziehen, die in andere Länder vertrieben wurden.

Deutschland beherbergt mit schätzungsweise 1 bis 1,5 Menschen die weltweit größte kurdische Diaspora. Ihre Perspektiven und Beiträge sind für den Erfolg und die Nachhaltigkeit des Friedens in der Türkei zu bedeutend, um übergangen zu werden. Es müssen allerdings noch weitere Wege und Räume etabliert werden, damit kurdischen Gemeinschaften in Deutschland und ihre zivilgesellschaftlichen Organisationen in vollem Umfang und wirksamer zum Friedensprozess beitragen können.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung und Off University laden Vertreter:innen kurdische Organisationen in Deutschland ein, sich in einem sicheren und selbstorganisierten Raum kritisch mit dem Friedensprozess in der Türkei auseinanderzusetzen. Ziel der zweitägigen Zusammenkunft ist es, Forderungen zu formulieren, um zur Friedensarbeit beizutragen und den politischen Prozess hier und anderswo mitzugestalten.

Öffentliches Programm

30. Oktober – 18:00

Rosa Luxemburg Stiftung
Straße der Pariser Kommune 8A, 10243 Berlin

Friedensprozess in der Türkei – Wie Weiter?
Kurdische Perspektiven im Deutschen Kontext

Öffentliche Podiumsdiskussion mit Einblicken in die aktuelle Lage des Friedensprozesses in der Türkei und die Rolle der kurdischen Diaspora (auf Deutsch und Türkisch)

Prof. Mithat Sancar
Abgeordneter, DEM-Partei, Mitglied der İmralı-Delegation
Dr. Rosa Burç
Soziologin, DeZIM Institute Berlin & Center on Social Movement Studies Florence (COSMOS)
Berîvan Aymaz
MdL, Vizepräsidentin des Landtags NRW und Sprecherin für Europa, Internationales und Eine Welt der Grünen Landtagsfraktion

Der Abend schließt mit einem Konzert von Loma Reqs ab.

31.Oktober – 20:00

Heinrich Böll Stiftung
Schumann Straße 8, 10117 Berlin-Mitte

Diskussion einer Auswahl von Kurzfilmen

Spuren: Kino, Erinnerung und Frieden

kuratiert von Leyla Toprak und Nilgün Yelpaze
(auf Englisch und Türkisch)

An diesem Abend wollen wir fünf Kurzfilme zeigen und ein offenes Gespräch über die Rolle führt, die Kultur und Kunst im aktuellen Friedensprozess in der Türkei spielen können. Was bedeutet es, Filme für den Frieden zu drehen? Wie kann uns das Kino dabei helfen, uns mit Ungerechtigkeiten der Vergangenheit auseinanderzusetzen, die Erinnerung wachzuhalten und uns eine gemeinsame Zukunft vorzustellen? Die Filme greifen Fragen auf, die im Mittelpunkt der heutigen Debatten stehen: Gefangene, Muttersprache und Bildung, Identität und Zugehörigkeit sowie die Spuren, die der Krieg hinterlassen hat. Gemeinsam wollen wir erkunden, wie das Kino und andere Formen des künstlerischen Ausdrucks die Menschen während dieses Prozesses zusammenbringen können.

Destmala Sor (Rotes Taschentuch) (2016)
Leyla Toprak

Dauer: 16 min.

„Rotes Taschentuch“ erzählt die Geschichte von Kurd:innen, die in ihren Zwanzigern zu langen Haftstrafen verurteilt wurden. Heute sind sie frei und berichten, wie sie Misshandlungen und Folter durch den kurdischen, gemeinschaftlichen Volkstanz „Govend“ überstanden haben. Der Tanz, der ihnen Mut gab, ihren Lebensmut bewahrte und sie dazu brachte, sich zu organisieren.

Zimanê Çîya (Die Sprache der Berge) (2016)
Lisa Çalan

Dauer: 15 min.

Xemgin ist sechs Jahre alt. In der Schule heißt er „Hengin“, die türkische Version von „Xemgin“, während man ihn außerhalb der Schule „Pîzot“ nennt, was auf Kurdisch „Lausbub“ bedeutet. In der Schule redet er nicht viel, aber außerhalb der Schule macht er seinem kurdischen Spitznamen alle Ehre.

The Address (Die Adresse) (2022)
Aram Dildar

Dauer: 15 min.

Edip wird unmittelbar nach seinem Universitätsabschluss als Lehrer in seine Heimatstadt versetzt. Als er sich bei der Behörde meldet, um seine Arbeit aufzunehmen, erfährt er, dass das Dorf, dem er zugewiesen wurde, in den Unterlagen nicht verzeichnet ist. Edip, der in Diyarbakır nach Yeşilköy sucht, gerät in eines der größten politischen Probleme der Türkei.

Fingerprint (Fingerabdruck) (2021)
Zanyar Mihemmedînikû

Dauer: 12 min.

Zara ist eine kurdische Arbeiterin, die alle ihre Ausweispapiere verloren hat. Als sie zum Standesamt geht, stellt sie fest, dass sie auch ihre Fingerabdrücke verloren hat. Es entfaltet sich ein Drama, in dem Zara mit der Ungerechtigkeit ihres eigenen Systems konfrontiert wird.

Dûr e? (Ist es weit?) (2015)
Leyla Toprak

Dauer: 16 min.

Der Film beleuchtet die Auswirkungen des Krieges in Kobanê auf Mensch und Natur sowie den Widerstand der Frauen gegen Einstellungen, die seit Jahren die historischen Werte der Frauen in der vorherrschenden gesellschaftlichen Darstellung ignorieren.